*Tinnitusmusik*

Nicht das 'selber betroffen sein' brachte mir die Idee meines Projektes, welches eine Herzenssache geworden ist. Meine Partnerin lebt seit vielen Jahren mit einem Ton im Ohr. Sich so etwas vorzustellen - unmöglich. Bei meinem Spielen auf dem Klavier wurde ihr dieser Ton noch unerträglicher - warum war mir nicht klar. Ich wollte diesen Ton im Ohr für mich hörbar machen und wir machten uns auf der Tastatur auf die Suche nach diesem Ton - schrecklich. Von diesem Zeitpunkt  an ließ mich dieses Thema nicht mehr los. Es gibt so viele unterschiedliche Versprechungen, die Hilfe und Heilung anbieten. Doch gäbe es diese, wäre das Problem "Tinnitus" wahrscheinlich keines mehr. So nahm ich mir diesen Ton und versuchte, ihn harmonisch in eine Komposition einzubinden, in der Hoffnung meiner Partnerin eine gute Zeit mit meiner Musik und dem Ton, der ja immer da ist, so auch in der Komposition, zu geben. Der Ton soll zur Musik werden - er wird im wahrsten Sinne des Wortes harmonisiert.

 

                                                                                                                       Der Komponist.                                                                                                              

Die Zeit des Weghörens, Nichthörens meines Tones, ist eine Zeit, die es so nicht auf Knopfdruck gibt. Ist mir bewußt, den Ton nicht zu hören, ist er wieder da. Meine Verfassung ist jeden Tag eine andere, so fällt es mir schwer, einen Moment - den Moment - zu finden, der mir diese Ruhe vor dem Ton - denn auch Stille ist eine Katastrophe - gibt. Musik an sich ist eine Sprache , die keine Grenzen kennt. Sie hat die Fähigkeit, viele Menschen mit auf die Reise zu nehmen. So bleibt nur noch die Frage, welche Musikrichtung gefällt und macht es möglich. Vielleicht wird das Starten auf PLAY ihres CD-Spielers auch ihnen eine gute Zeit mit ihrer Komposition* geben.

 

                                                                                                                         Die Partnerin.

Das Bild

Mein Bild - spontan entstanden aus meinen Gedanken zum Thema Tinnitus wurde so ein Geschenk an den Komponisten. Der Tinnitus - eine verrückte Geschichte. Dieser Ton, mein Ton mit den Geräuschen, der eigentlich nur noch im Kopf als Erfahrung gespeichert, hätte die Möglichkeit , mein Leben zu bestimmen - das werde ich so nicht zulassen. Musik, wenn auch noch für mich passend aufgelegt, ist für mich die beste Art, ihm nicht den ersten Platz in meinem Kopf freizuhalten, aber ein Thema wird er immer auch für mich sein. Es auszudrücken, bediene ich mich gerne eines Bildes. Die, meine Gedanken, die sich über die Jahre Tinnituserfahrung eingegraben, inspirierten mich auf dem Weg, dieses Bild entstehen zu lassen. Ich würde gerne hier an dieser Stelle davon erzählen, doch glaube ich, gibt es nicht Papier genug, es in Worte zusammengefaßt treffend genug auszudrücken, was dieses Bild von meiner Erfahrung Tinnitus in sich trägt.

                                                                                                               .M

Noch ein Gedanke:

Ihren Ton mit in die Komposition zu nehmen, könnte Ihnen das Gefühl geben, mit anderen Geräuschen, so eben der Musik, zu versuchen, den Ton trotzdem er da ist, als nicht mehr störend zu empfinden.

So hat es mehr einen symbolischen Charakter, mit dem Ton zu arbeiten, als daß es eine Heilung versprechen, aber der erste Schritt für das Weghören sein kann.

Hörprobe "Volante"

Die Komposition endet musikalisch nicht mit dem Tinnituston, es sei denn, es wird gewünscht.

Hörprobe-Text:

Die isolierte Einbindung eines Tones sehr hoher oder tiefer Frequenz in das musikalische Geschehen ist nicht effektvoll.Infolgedessen erscheint die Ergänzung der Oktaven, also der engsten Verwandten des entsprechenden Tones, sinnvoll. Der Ausgangston, ein möglicher Tinnituston für das folgende Beispiel ist die Sinusschwingung 440 Hz. Dazu die Oktaven nach unten und nach oben.

Um den Bogen zur Musik schlagen zu können, werden parallel zu den reinen Sinusschwingungen - der Sinuston als ein physikalisches Element - die entsprechenden Töne auf einer Orgel gespielt. Während der Musikwiedergabe werden die Sinusschwingungen als Orientierungshilfe und Bewußtmachung an verschiedenen passenden Stellen eingeblendet. Sie werden merken, daß sich der Sinuston 440 Hz und seine Oktaven in der Musik als musikalischer Ton, also von Instrumenten gespielter Ton, wiederfindet und so in ein musikalisches Gerüst eigebettet, integriert, als harmonisiert und damit angenehmer wahrgenommen wird.

 

Weitere Hörproben

Auf Anfrage kann ich Ihnen gerne weitere Hörproben, eigens für das Tinnitusprojekt komponiert, kostenfrei zukommen lassen.

Anmerkung:

Sollte sich das Aha-Erlebnis nach dem ersten Probehören nicht eingestellt haben, würde ich mich freuen, Ihnen die tonalen Zusammenhänge persönlich deklarieren zu dürfen.

Können Sie Ihren Ton nicht als diesen definieren, sondern eher einem Geräusch oder einem Ton mit Geräusch zuordnen, schreiben Sie mir eine e-Mail oder rufen Sie mich an. Diese Form des Tons mit Geräusch oder nur dem Geräusch bedarf einer anderen Form des individuellen* Komponierens.

 

Haben Sie Interesse?

Wollen Sie mehr über die Entstehung

und das individuelle* Komponieren wissen?

Wir, die Partnerin und der Komponist, freuen uns über ihren Anruf, ihre e-Mail, einen Brief, später auch auf einen Besuch nach Absprache beim Komponisten.

Haben Sie Interesse, mich bei meinem Projekt zu begleiten und mir von Ihrem Ton/Geräusch, der/das ja so viele Facetten haben kann, zu erzählen?

Sie könnten so die Kompositionen direkt beeinflussen, mir die Richtung aufzeigen, in die ich musikalisch gehen kann.

* Die Kompositionen bleiben, geschützt durch das Urhebergesetz, geistiges        

   Eigentum des Komponisten und werden lediglich an den Tinnitus des

   Betroffenen angepaßt. Sie dürfen nur ausschließlich zur privaten Nutzung

   verwendet werden.

Verwandlung

   Die verborgene Welt der Seele 

      bedient sich der Musik,

    um ihrem Fühlen und Denken

      Ausdruck zu verleihen.

Das Spiel der Farben,

der Wechsel von Licht und Finsternis

versetzen die Seele in

Stimmung und Schwingung

- Töne und Klänge entstehen -

Stimmungen sind die Grundlage

für das Entstehen von Musik.

Seelische Schwingungen

verwandeln sich in akustisch wahrnehmbare.

Nichts gibt dem musikalischen Schaffen

so viel Nahrung wie das Eintauchen

in die menschliche Seele,

in Schmerz und Freude,

Leben und Tod,

in ihre Begrenztheit und doch

Unendlichkeit.